Lesung am 14. Mai: Die Wiedergutwerdung der Deutschen

»Some of my best friends are German«, machte sich Eike Geisel gerne über das antisemitische Stereotyp lustig, demzufolge einige Juden zu den besten Freunden zählen. Eike Geisel war aber nicht nur ein unnachgiebiger Kritiker des deutsch-jüdischen Verbrüderungskitsches und der Entsorgung deutscher Vergangenheit, sondern machte als Historiker mit seinen Arbeiten u.a. über den jüdischen Kulturbund und das Berliner Scheunenviertel aufmerksam. Der neue Band »Die Wiedergutwerdung der Deutschen« (Tiamat, April 2015) versammelt Geisels große essayistische Arbeiten wie über den Antisemitismus des »anderen Deutschland« und den Mythos vom Widerstand des 20. Juli.

»Die Deutschen haben sich nie als Bürger dieser Welt, sondern immer als Verdammte dieser Erde gesehen. Auch die Wiedervereinigung hat daran nichts geändert. Gab es vor dem Fall der Mauer 60 Millionen Opfer, so hat sich deren Zahl nun um 17 Millionen Insassen einer Einrichtung erhöht, die nicht nur der Kanzler schon vor 1989 als Konzentrationslager bezeichnet hatte.« Eike Geisel

� Das Buch wird vor Ort verkauft. Der Djäzz Jazzkeller befindet sich auf der Börsenstraße 11, mitten in Duisburg. Die Lesung beginnt um 20 Uhr, die Bar öffnet um 19.30 Uhr. Eintritt frei.

Gegen JEDEN Antisemitismus – was heißt das eigentlich?

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Heute hat in Dortmund eine Demonstration “gegen jeden Antisemitismus” stattgefunden. Wir haben daran mit einem Banner (“Gegen Antizionismus und Terror”) teilgenommen, dieses aber wieder eingerollt, als auch eine Gruppe der Linksjugend Solid sich mit Fahnen an der Demo beteiligt hat. Es ist absurd: Die Essener Ortsgruppe dieser Organisation hat im vergangenen Sommer jene Großkundgebung veranstaltet, in deren Anschluss es zu heftigen antisemitischen Ausschreitungen kam.

Dass sich die heutige Demo in Sprechchören und einem Redebeitrag auch deutlich für Israel ausgesprochen hat, sollte eine Selbstverständlichkeit sein, die wir im Aufruf aber noch vermisst hatten. Wir haben auf der Auftaktkundgebung deshalb dieses Flugblatt verteilt.

»… wie das Gewitter in der Wolke«

Zum Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus. Vortrag von Paul Mentz am 29. Januar im Druckluft Oberhausen.

Israel sei, schrieb treffend der französische Historiker Léon Poliakov, »der Jude unter den Staaten«. Dass der Antizionismus nicht vom Antisemitismus zu trennen ist, konnte man im Sommer 2014 beobachten, als es europaweit im Rahmen von »Friedensdemonstrationen«, deren Protest sich gegen die israelische Verteidigungsoperation »Protective Edge« richtete, wiederholt zu Übergriffen auf Jüdinnen und Juden kam. Kaum ein Tag verging, an dem nicht von antisemitischen Anschlägen, Ausfällen und tätlichen Übergriffen in den Medien berichtet wurde.

Die Erfahrungen des Sommers zeigen einmal mehr, dass kaum eine Ideologie in der Lage ist Anhänger verschiedener Weltanschauungen zu vereinen, wie das Ressentiment gegen den Staat Israel. Der Vortrag möchte nachweisen, dass diese Wirkungsmächtigkeit des Antizionismus darauf fundiert, dass dieser den Subjekten ermöglicht ihre tabuierten antisemitischen Wahnvorstellungen offen zu bekunden, indem sie auf den jüdischen Staat projiziert werden. Eine Veranstaltung der A3D.

Was gesagt werden muss (sagen die Wagemutigen und der Tabubrecher)

Unschönes geht vor in Duisburg – andauernd. Doch derzeit sind es nicht vulgärantisemitische Schreihälse, die uns Kopfzerbrechen bereiten, sondern die nicht weniger gefährliche israelkritische Grauzone. Das Duisburger ‘Institut für Sprach- und Sozialforschung’ hatte einst eine gewisse Reputation, sogar Relevanz (siehe zum Beispiel hier und hier). Das ist sehr lange her.
Moshe Zuckermann hält sich für einen kritischen Theoretiker, ist aber in der Tat bloß ein gewöhnlicher Israelkritiker – wenn auch ein besonders passionierter. Er ist Fan des “Rechts auf Rückkehr”, der Einstaatenlösung, und Autor von Machwerken wie „Antisemit! Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument”. Offenbar Grund genug für Duisburger “Sprach- und Sozialforscher” ihn einmal zum skandalösen Anwurf zu befragen, Israelkritik sei antisemitisch. 

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Abgründe der Israelsolidarität: Floris Biskamp

Als Teil der Organisatorengruppe des Kongresses “gegen die jüngsten antisemitischen Ausbrüche” haben wir der Einladung von Floris Biskamp, als Referent in einem deskriptiven Modul zum Thema deutsche Islamverbände – nach intensiven Diskussionen – zugestimmt. weiterlesen ‘Abgründe der Israelsolidarität: Floris Biskamp’


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